Das Heizungsgesetz (GEG 2024)

Deutschland möchte bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität erreichen und da ist die Wärme-Energiewende ein zentraler Punkt, um diese klimapolitischen Ziele zu erreichen und die Abhängigkeit von Importen fossiler Energie zu verringern. Mehr als ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland wird zum Heizen unserer Gebäude und zur Versorgung mit Warmwasser verbraucht. Dabei sind fossile Energien in den rund 41 Millionen Haushalten derzeit die Hauptwärmequelle: Knapp jeder Zweite heizt mit Erdgas, ein Viertel der Haushalte mit Heizöl. Ein schnelles Umsteuern auf Erneuerbare ist deshalb unverzichtbar.

Mit dem Heizungsgesetz – dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) – leitet die Bundesregierung den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen ein. Spätestens ab Mitte 2028 wird die Nutzung von mindestens 65 Prozent Erneuerbarer Energie für alle neuen Heizungen verbindlich – eng gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung. 

Infos zum Heizungsgesetz für Bestandsgebäude:

1. Keine sofortige Austauschpflicht!

Funktionierende Öl- und Gasheizungen dürfen auch nach 2024 weiter betrieben werden. Allerdings gilt hier die gesetzliche Austauschpflicht alter Heizungen nach spätestens 30 Jahren (gem. § 72 GEG). Die Austauschpflicht entfällt bei Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

2. Reparaturen sind erlaubt!

Wenn Ihre Gas- oder Ölheizung defekt ist und repairerbar ist, darf sie auch weiterhin repariert und weiter betrieben werden.

3. Ab wann gilt die 65-Prozent-Regelung?

Für bestehende Gebäude gibt es längere Übergangsfristen: In Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) werden klimafreundliche Energien beim Heizungswechsel spätestens nach dem 30. Juni 2026 Pflicht. In kleineren Städten ist der Stichtag der 30. Juni 2028. Gibt es in den Kommunen bereits vorab eine Entscheidung zur Gebietsausweisung für zum Beispiel ein Wärmenetz, die einen kommunalen Wärmeplan berücksichtigt, können frühere Fristen greifen.

4. Übergangsfristen bei Heizungshavarien

Bei Heizungshavarien und auch bei jedem Heizungstausch soll einmalig der Einbau z.B. einer (ggf. gebrauchten) fossilen Heizungsanlage möglich sein, sofern innerhalb von 5 Jahren nach Ausfall der Heizung planmäßig auf eine Heizung umgestellt wird, die die 65%-EE-Vorgabe erfüllt. 

5. Das Ende der fossilen Brennstoffe

Es gibt ein fixes Enddatum: Heizkessel dürfen nur bis zum 31.12.2044 mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Spätestens 2045 soll jede Heizung in Deutschland mit erneuerbaren Energien betrieben werden

Wenn in der Übergangsphase bis 2026/2028 in Bestandsgebäuden eine neue Gas- oder Ölheizung eingebaut werden soll, sind einige wichtige Punkte zu beachten:

Ab dem 1. Januar 2024 ist vor dem Einbau einer Heizungsanlage, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben wird, eine verpflichtende Beratung vorgesehen, um auf wirtschaftliche Risiken durch steigende CO₂-Preise hinzuweisen sowie Alternativen in den Blick zu nehmen. 

Wenn zum Beispiel infolge der Wärmeplanung weder der Anschluss an ein Wärmenetz noch ein klimaneutrales Gasnetz sichergestellt ist, müssen bei diesen Heizungen ab dem Jahr 2029 stufenweise ansteigende Anteile an Erneuerbaren Energien eingesetzt werden (zum Beispiel durch den Bezug von Biomethan): Ab 1. Januar 2029 mindestens 15 Prozent, ab 1. Januar 2035 mindestens 30 Prozent und ab 1. Januar 2040 mindestens 60 Prozent Erneuerbare Energien.

Welche neue Heizung darf nach der 65-EE-Regelung in mein Haus?

  • elektrische Wärmepumpe
  • Stromdirektheizung
  • Anschluss an ein Wärmenetz
  • Biomasseheizung (Pelletheizung, Hackschnitzelheizung, Holzvergaser, Kaminofen)
  • Hybridheizung (bei der der EE-Anteil mind. 65 Prozent betragen muss, z. B. Gasheizung + WP)
  • Heizung Solarthermie (Voraussetzung ist, dass damit der Wärmebedarf des Gebäudes komplett gedeckt wird)
  • Gasheizung (die auf Wasserstoff umrüstbar ist - wenn Kommune kein Wasserstoffnetz plant, muss die Gasheizung zu 65 Prozent Biomasse, z.B. Biomethan oder Flüssiggas nutzen oder „nicht-leitungsgebundenen Wasserstoff“.) Verkauf und Montage nur mit Energieberatung


Daneben ist jede andere Heizung auf der Grundlage von Erneuerbaren Energien bzw. eine Kombination unterschiedlicher Technologien zulässig. Dann ist ein rechnerischer Nachweis für die Erfüllung des 65%-Kriteriums zu erbringen.

Neue Förderung BEG 2024 für erneuerbare Energien

Basis-Förderung 30 %: Wird gewährt für Investitionskosten für alle GEG bzw. 65%-EE-konformen Heizungsanlagen in allen Wohn- und Nichtwohngebäuden, z. B. Wärmepumpen, Pelletheizung, EE-Hybridheizungen.

Klima-Geschwindigkeits-Bonus 20 %: Der Bonus wird selbstnutzenden Eigentümern für Maßnahmen nur für die selbstgenutzte Wohneinheit gewährt. Bedingung ist der Austausch von funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtspeicherheizungen (ohne Anforderung an den Zeitpunkt der Inbetriebnahme) oder von funktionstüchtigen Gasheizungen oder Biomasseheizungen, wenn die Inbetriebnahme zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt. Voraussetzung für die Gewährung des Bonus ist eine fachgerechte Demontage und Entsorgung der ausgetauschten, für den Bonus berechtigten Heizung.

Für die Errichtung von Biomasseheizungen wird der Bonus nur gewährt, wenn diese mit einer solarthermischen Anlage oder einer Anlage zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie zur elektrischen Warmwasserbereitung oder einer Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung und/oder Raumheizungsunterstützung kombiniert werden. Diese Anlagen sind mindestens so zu dimensionieren, dass sie die Trinkwassererwärmung bilanziell vollständig decken könnten. Die Bilanzierung orientiert sich an den Standardwerten der DIN V 18599. Nach dem Austausch dürfen die versorgten Wohneinheiten oder Flächen nicht mehr von fossilen oder mit Gas betriebenen Heizungen im Gebäude oder gebäudenah versorgt werden. Davon ausgenommen sind gasbetriebene Brennstoffzellenheizungen und wasserstofffähige Heizungen. Es gelten die folgenden Bonussätze: bis 31.12.2028: 20 % / ab 2029 17 % / ab 2031 14 % / ab 2033 11 % / ab 2035 8 % / ab 2037 entfällt der Bonus.

In Gebäuden mit mehr als einer Wohneinheit wird der Bonus nur anteilig für die gesamten geförderten Ausgaben gewährt. Der anzusetzende Anteil entspricht dem Anteil der in dem Gebäude durch verschiedene Eigentümer nachweislich selbstgenutzten Wohneinheiten.

Einkommensabhängiger Bonus 30%: Dieser Bonus wird selbstnutzenden Eigentümern mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 40 000 Euro für Maßnahmen für die selbstgenutzte Wohneinheit gewährt.

Wärmepumpen-Bonus 5%: Für Wärmepumpen wird zusätzlich ein Bonus von 5 Prozentpunkten gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird.

Höchstfördersatz 70 %: Grundförderung und Boni sind miteinander kumulierbar, werden aber bei 70 % gedeckelt. Maximale förderfähige Kosten für ein Einfamilienhaus liegen bei 30.000 € plus jeweils 15.000 € für die 2. bis 6. Wohneinheit und ab der 7. Wohneinheit jeweils 8.000 €.

Gemeinsam finden wir das beste und zukunftsfähige Heizsystem für Sie!

Jetzt beraten lassen!

Jetzt beraten lassen!